Adib Fricke

Adib Fricke

// Fotografie
// Installation
// Konzeptkunst
// Medienkunst

Über mich

Adib Fricke, 1962 Geboren in Frankfurt/Main

Studium: Universität der Künste Berlin
Abschluss: Meisterschüler


Meine Arbeit

Für Adib Fricke sind Wörter der Rohstoff, aus dem seine Kunst entsteht. Seit Ende der 1980er Jahre beschäftigt sich der Konzeptkünstler mit der Bedeutung, dem Gebrauch und der Wahrnehmung von Wort und Text. Von den frühen experimentellen Textarbeiten und Zufallsgeneratoren, die Sätze bilden, über die Herstellung und den Vertrieb von Wörtern, die es noch nicht gibt, bis hin zu Installationen mit Fragmenten aus digitalen Textsammlungen – Fricke erprobt den plastischen Charakter von Sprache, macht sie sichtbar, spielt mit ihrer Materialität und Wirkungsweise. Parallel setzt er sich in den letzten Jahren im Rahmen seines Bedeutungslabors mit neurowissenschaftlichen Fragen zu Kunst und Kreativität auseinander. Welche mentalen Prozesse löst die visuelle Präsenz von Wörtern und Text bei den Betrachtern aus? Mit seinen Projekten tritt er oft mit der räumlichen Situation in Dialog, die Sprache selbst wird dabei zum Material für kraftvolle und zugleich poetische Botschaften. – Alexandra Le Faou

  • Auszeichnungen
    2013 Projektförderung Stiftung Kunstfonds Bonn
    2008 Katalogförderung der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin
    1998 Arbeitsstipendium Stiftung Kunstfonds Bonn
  • Arbeiten im öffentlichen Raum
    2011 Zur Theorie der Gedanken Universität Luzern
    2009 Above us the Sky Lufthansa Training & Conference Center
    2001 Change Something WissenschaftsForum Berlin
(1) ES WIRD
Bildrechte: © VG Bild-Kunst Bonn, Adib Fricke

Hochschule Ludwigshafen am Rhein, 2018, gewonnener Wettbwerb, in Realisation 2 Leucht-Schriftzüge, Aluminium / Acrylglas / LED, 3,8 x 24 m und 0,9 x 6,8 m Lernend und forschend zugleich: Vom Wissen-Wollen bewegen sich die Studierenden hin zum Jetzt-Weiß-Ich, ein Entwicklungsprozess, der sie vom Beginn des Studiums bis in das Berufsleben führt. Mit großen, leuchtenden Buchstaben sind zwei Kurz-Sätze auf dem Campus der Hochschule Ludwigshafen als Textinstallation zu sehen: ES WIRD steht in roten Buchstaben auf dem Dach über dem Haupteingang und ist auf dem Campus von vielen Standpunkten aus sichtbar. Zusätzlich ist der Schriftzug über das Hochschulgelände hinaus wahrnehmbar. ICH WEISS mit blauen Buchstaben ist in Augenhöhe in der Passerelle an der Wand gegenüber der Bibliothek angebracht. Studierende und Lehrende gehen an der Worteinheit täglich vorbei – beim Kommen und Gehen, bei der Rückgabe von Medien oder auf dem Weg in das neue Hauptgebäude.

(2) 10.000 Fragen
Bildrechte: © VG Bild-Kunst Bonn, Adib Fricke

Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium Berlin, gewonnener Wettbewerb, 2016 *** Textinstallation in den Treppenhäusern und im Foyer des Gymnasiums in Berlin-Lichtenberg. *** Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums waren eingeladen, sich an dem Kunstprojekt zu beteiligen und reichten ca. 750 Fragen ein, von denen 112 für das Kunstwerk ausgewählt wurden. 14 farbige Streifen mit jeweils acht offenen Fragen sind in dem komplett-sanierten Schulgebäude auf die Wände gemalt. *** Beispiel-Fragen: Was ist Glück? Wie weit willst du gehen? Wovon träumen Blinde? Warum sind wir unterschiedlich? Ab wann ist man erwachsen? Warum denken wir nicht alle gleich? Wonach schmeckt Wasser? Wie frei bin ich? Wie lange hält Jetzt an? Wieso lächeln wir, wenn wir glücklich sind? Wer entscheidet welches Katzenfutter am besten schmeckt? Sind Zufälle wirklich zufällig? Wie ist der erste Mensch auf die Welt gekommen? Wie laut war der Urknall? Wer hat die Sprache erfunden? ...

(3) Your Brain is Your Brain
Bildrechte: © VG Bild-Kunst Bonn, Adib Fricke

Kunstprojekt im Stadtraum von Berlin, 2013, 110 Plakatwände, je 356 x 252 cm (18/1) *** "Your Brain is Your Brain" war ein freies Projekt, das temporär zehn Headlines zum menschlichen Gehirn plakativ in den öffentlichen Raum gebracht hat. Aktuelle Ergebnisse und Vorstellungen aus der neurowissenschaftlichen Forschung waren in höchst komprimierter Form im Stadtraum von Berlin auf 110 Großflächen-Plakaten für die Dauer von 10 Tagen zu sehen. Parallel dazu gab es auf der Webseite bedeutungslabor.com Kurztexte von Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftlern, die die jeweiligen Aspekte in verständlicher Form kurz vermittelten. *** Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und wurde in Partnerschaft mit dem Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité gezeigt, Projektförderung durch die Stiftung Kunstfonds und die Ströer Media AG.