Birgit Schuh

Birgit Schuh

// Architektur
// Installation
// Konzeptkunst
// Objektkunst
// Skulptur/Plastik

Über mich

Birgit Schuh, 1970 Geboren in Groß-Umstadt (Odenwald)

Studium: HfBK Dresden / HdK Berlin / Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Abschluss: Diplom / Meisterschülerin


Meine Arbeit

Die vorgestellten Kunst-am-Bau-Projekte machen eines der zentralen Motive im Schaffen von Birgit Schuh sichtbar: „die Beschäftigung der Künstlerin mit Landschaft und Architektur – ein Umgang mit Grundformen, mit Silhouetten, mit dem Veränderungspotenzial von Formen und Materialien. Dieser Umgang wirkt stets leicht, fast spielerisch.“ (Bernhart Schwenk / Kurator für Gegenwartskunst, Pinakothek der Moderne München) Ich generiere meine Arbeiten aus einer intensiven Recherche zu raum- und themenbezogenen Fragestellungen des jeweiligen Ortes, der Architektur und ihres Nutzungskontextes. Die sensible Wahrnehmung von Orten und ihrer Bedingtheiten einerseits und umfangreiche Erfahrungen in der Realisierung von Großprojekten im öffentlichen Raum zeichnen mich aus.

  • Auszeichnungen
    2020 Stipendium Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
    2019 Stipendium Goethe-Institut Rotterdam
    2016, 2017 Reisestipendien Thessaloniki, Salzburg
  • Arbeiten im öffentlichen Raum
    2016 IN_GENIUM Ostbayerische TH Regensburg
    2017 Überwurf Uniklinikum München
    2011 Schokofluss KiöR Dresden
(1) IN_GENIUM
Bildrechte: Stefan Hanke

Das „‚Haus der Technik“ wird überwiegend durch die Fakultät Bauingenieurwesen genutzt. Die Bezeichnung Ingenieur ist bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt. Sie leitet sich von dem lateinischen Wort ingenium ab, was soviel bedeutet wie schöpferischer Geist, Genie, Talent. Vom Campuszentrum, mit Blick auf die Eingangsseite des dreigeschossigen Gebäudes, ist durch die großzügig verglaste Fassade GENIUM zu lesen. Erst durch die Vervollständigung mit der Vorsilbe IN_ an der nördlichen Außenfassade erschließt sich der vollständige Begriff INGENIUM. Die Aufteilung der Buchstaben auf mehrere Flächen und Etagen erzeugen immer wieder neue Versatzstücke, die sich immer wieder neu zusammensetzen lassen. Auch die Nahansicht auf den Fluren erzeugt nicht Klärung, sondern eine weitere Fragmentierung. Nur durch Forschungsarbeit, den nötigen Abstand, Standortwechsel oder den richtigen Blickwinkel lässt sich der Gesamtbegriff herstellen.

(2) ÜBERWURF
Bildrechte: Birgit Schuh

Auf der grauen Betonmauer fallen sie sofort ins Auge, die großen Tücher in leuchtendem Blau und Grün. Wie zufällig abgelegt erscheinen sie dort – und auf irritierende Weise deplatziert. Denn wer den Ort kennt und weiß, dass die lange Mauer zum Operationszentrum eines Klinikums führt, dem fallen sofort entsprechende Assoziationen ein. Blau und grün nämlich sind die Farben der OP-Tücher und -Kittel, die in Krankenhäusern weltweit zum Einsatz kommen. Die „‚Tücher“ sind eine künstlerische Arbeit der Bildhauerin Birgit Schuh, knapp betitelt als „‚Überwurf“. Das Kunstwerk greift in die räumliche Umgebung des Klinikums ein und deutet diese um, indem sie das bebaute Gelände nicht als unveränderliche Setzung versteht, sondern als offene, temporäre Situation, die vom Menschen gestaltet, immer wieder verändert und neu nutzbar gemacht wird – eine Art permanente Baustelle. (Bernhart Schwenk / Kurator für Gegenwartskunst, Pinakothek der Moderne, München)

(3) SCHOKOFLUSS
Bildrechte: Birgit Schuh

Die rund 40 m lange Entwässerungsrinne zwischen dem Hofmühlenmuseum und der Weißeritz wurde durch den SCHOKOFLUSS ersetzt. Der künstliche Werkstoff Beton transportiert die Idee von Schokolade und suggeriert damit verknüpfte Eigenschaften, wie Genuss und Süße, verweigert jedoch zugleich die Erfüllung derselben. Die Arbeit bezieht sich einerseits auf die im 19. Jahrhundert florierende Schokoladenindustrie in Dresden-Plauen und ist andererseits ein Sinnbild des verloren gegangenen Glanzes dieses Stadtteils. Das angenehm süße Versprechen liegt am Boden, wird betreten und befahren und verliert am Ende seine Form.