Thomas Eller

Thomas Eller

// Architektur
// Fotografie
// Glaskunst
// Installation
// Keramik
// Konzeptkunst
// Medienkunst
// Objektkunst
// Performance

Über mich

Thomas Eller, 1964 Geboren in Coburg

Studium: 1985-86 Bildende Kunst, HdK Berlin
Abschluss: zwangsexmatrikuliert

  • Lebenslauf Thomas Eller
    2014-2020 Peking lebt und arbeitet
    2004-2014 Berlin lebt und arbeitet
    1994-2004 New York lebt und arbeitet
    1985-1994 Berlin lebt und arbeitet

Meine Arbeit

Meine Arbeit ist extrem medienkritisch, was heißt, sie ist eminent selbstkritisch. Die Hinterfragung unser bildnerischen Mittel, ausgehend von der Fotografie, die sich heute als koloniales Tool erweist, ist der rote Faden durch meine Arbeit, die sich an den jeweiligen Gegenständen abarbeitet, indem sie die eigenen Standorte in Frage stellt. THE white male complex – ist eine Problemstellung, die in meiner Arbeit um 1990 begann, im Jahr 2006 so formuliert werden konnte, und heute unumgänglich ist. Mehr Information unter: http://www.thomaseller.com/THE%20white%20male%20complex,%201990%20-%202020.pdf

  • Auszeichnungen
    2006 Käthe-Kollwitz-Preis Akademie der Künste Berlin
    2000 Villa Romana Preis Florenz
    1996 Karl-Schmidt-Rottluff-Preis
  • Arbeiten im öffentlichen Raum
    2013 Poertal der Entropieproduktion BTU Cottbus
    2011 "Der Mensch ist was er isst" FAUniversität Erlangen
    2008 THE mosaik (Heilpflanzen) Johannes Wesling Klinikum, Minden
(1) Portal der Entropieproduktion, 2013 – Mosaik im Zentrum Energietechnologie der BTU Cottbus
Bildrechte: Thomas Eller

Die Rückwand der Lobby des Neubaus für das Zentrum für Energietechnologie ist 13,5 Meter hoch und 12 Meter breit. Davor steht der Speicherpuffer, der mitsamt seiner Anschlüsse, 9 Meter auf 5 Meter der Wand einnimmt. Das Mosaik bildet einen Rahmen um die technische Installation herum und ist direkt auf der Wand ausgeführt, so dass sich der Eindruck eines Tores oder Portals einstellt, das 12,5 Meter hoch und 11,5 Meter breit ist. Die einzelnen Pixel des elektronischen Bildes werden später in der realisierten Wandarbeit durch Mosaiksteine im Format 1 x 1 cm repräsentiert. Dadurch entsteht eine Auflösung von ca. 3 dpi und eine Pixelmenge von 1250 x 1200 Stück. Rechnet man die umschlossene Fläche ab, ergibt sich eine Gesamtmenge von ca. 930.000 Bildpunkten, die als Mosaik in einer chromatischen Streuung von ca. 25 Farbwerten ausgeführt wird. Dadurch entsteht eine farbliche Abstraktion weg vom abgebildeten Gegenstand.

(2) "... jeder nach seiner Faßon...", 2012, Brandenburgischer Landtag in Potsdsam

Ein Scan des Original-Manuskripts des Toleranz-Edikt von Friedrich II. wird in seine informationelle Kodierung zerlegt und erscheint als binärer Code von 01-Informationen. Diesem Code werden die Farben Rot und Weiß zugeordnet, also die Farben des Landes Brandenburg. In Mosaiktechnik wird diese Information in den Weg zum Parlament eingeschrieben, von links oben beginnend nach rechts unten. Der Code wird (wie im Rechenprozess des Computers auch) in logische Einheiten unterteilt werde, die quadratisch dargestellt werden. Vorbild ist die bit-Tiefe von Bild-Dateien, die in 8, 16 oder 32 bit-Tiefe dargestellt werden können. Für das Projekt werden wir auch mit dem Vielfachen dessen arbeiten. Vorstellbar ist, je nach Beschaffenheit des Untergrundes (siehe Tragwerk/Liberoplan), eine Größe von 100 x 100 cm oder größere Formate, die die Bildinformation als Mosaik organisieren. Durch das Quadratraster erhöht sich auch der Eindruck organisierter Information auf dem Mosaik.

(3) "Der Mensch ist was er isst", 2011, Mensa Süd der Friedrich Alexander Universität Erlangen

Der Ausgangspunkt für dieses Projekt ist ein Text des Philosophen Ludwig Feuerbach aus dem Jahr 1850 mit dem Titel "Naturwissenschaften und Revolution". Der Begründer des historischen Materialsmus schreibt darin über die materialen Grundlagen menschlichen Denkens, für das wir bestimmte Nährstoffe benötigten. Diese frühe Diätik löst Wissenschaft aus dem Kontext des Idealismus und der Kirche und fokussiert auf naturwissenschaftliche Grundlagen. Der Text kulminiert in der Aussage: "Der Mensch ist was er isst." der historische Text Feuerbachs als QR-Code verschlüsselt und in der antiken Bildtechnik des Glasmosaiks mit Steinen von Bisazza umgesetzt. Der insgesamt 9 Din-A-4 Seiten lange Text ist so komplett auf 21 Code-Tags abgebildet, die zusammen eine Fläche von 1,5 x 32.5 Meter auf einem Scheinbalkon im Innern des Mensagebäudes einnehmen..