Lucia Dellefant

Lucia Dellefant

// Installation
// Konzeptkunst
// Malerei
// Objektkunst
// Partizipation
// Skulptur/Plastik

Über mich

Lucia Dellefant, 1965 Geboren in München

Studium: Kunsterziehung, LMU München
Abschluss: Staatsexamen

  • Lebenslauf Lucia Dellefant
    2020 Hospitalhof, Stuttgart ourconomy
    2019 Havanna, Cuba 13 Bienal de la Habana
    2019 Galerie Robert Drees, Hannover invited by/part one
    2018 Museum im Kulturspeiche, Würzburg Labyrinth konkret
    2017 Spinnerei Halle 14, Leipzig  ...und weil es Freude macht
    2017 Galerie Brunnhofer, Linz, AT OUR FUTUR starts now
    2016 Kunstverein Neuhausen OUR MIND INTO A BREZEL
    2016 kunst-raum schulte-goltz+noelte, Essen OUR FUTUR starts now
    2015 Haus der Kunst, München Codes – Geheimnisse und Botschaften

Meine Arbeit

Lucia Dellefant setzt mit ihren Arbeiten Zeichen. In ihren verschiedenen Werkphasen entstehen prägnante Wortskulpturen, die fast wie Symbole wirken, die dann in unterschiedlichsten Formen in ihren Arbeiten eingesetzt werden. Sie mischt sich ein in die gesellschaftlichen Prozesse, auf politischer wie auf privater Ebene. Mit ihren Arbeiten schafft sie einen poetischen Raum zwischen Realität und Fiktion, der nur durch die eigenen Erfahrungen des Betrachters oder Lesers gefüllt werden kann. Oft sind die Wortskulpturen partizipatorisch und mit großer räumlicher Erfahrbarkeit angelegt. Mal sind sie nutzbar, mal wird das Publikum Teil einer Arbeit, wenn es sich in großen Edelstahlbuchstaben spiegelt. Allen gemein ist ihre formale Stärke und Präsenz. Der Künstlerin ist klar, wie komplex und undurchsichtig viele Themen sind, und deshalb hat sie eine Strategie entwickelt, wie sie Menschen für ihr Anliegen gewinnen kann. Sie setzt mit ihrer Arbeit Zeichen.

  • Auszeichnungen
    2013 Artists in residence, Peking
    2010 Projektförderung Abt – Straubinger Stiftung
    2006 Cité Internationale des Arts Paris
  • Arbeiten im öffentlichen Raum
    2020 rappen Realschule, München
    2015 STAR JVA Laufen
    2009 AUGENBLICK JVA Offenburg
(1) start

Ein Unbekannter hat Jemandem eine Nachricht auf einem Post-it hinterlassen und dieses an die Fassade der Studentenwohnanlage geklebt. Hey I think we should start right now! Diese Mitteilung fordert uns auf, jetzt die Dinge anzugehen, die wir schon lange vor uns herschieben. Aber was sollen wir anfangen? Diese Offenheit lässt jedem endlosen Spielraum für Überlegungen, Phantasien und Sehnsüchte. Dieser Appell richtet sich nicht nur an die Studenten der Wohnanlage, sondern auch an die Bewohner der Umgebung sowie die zahlreichen Nutzer der Autobahn München - Lindau, die das Kunstwerk im Vorbeifahren sehen.

(2) AUGENBLICK

Auf dem begehbaren Dach der Justizvollzugsanstalt Offenburg steht der Schriftzug AUGENBLICK. Von der Kantine, den Besucher- und den Verwaltungsräumen, die sich ebenfalls auf dem Dach befinden, ist das Wort gut zu lesen. In der glänzenden Oberfläche spiegelt sich das Geschehen innerhalb der Räume. So hält diese Skulptur Augenblick für Augenblick fest und spiegelt ihn seinem Betrachter wider. Durch das Lesen des Wortes, das Beobachten der Bewegungen und die Wahrnehmung der eigenen Person in der reflektierenden Oberfläche, wird die gegenwärtige Handlung des Betrachters für einen Augenblick unterbrochen - der Betrachter nimmt sich aus einem zeitlichen Ablauf heraus, hält inne und verharrt für einen Moment. Es entsteht eine Pause, Ruhe kehrt ein und der Augenblick gewinnt an Raum.

(3) STAR

'Die galaktische Allianz kann die dunkle Seite der Macht nur mit deiner positiven Energie besiegen.' Diesen Satz hat die Künstlerin in einem sich perspektivisch verjüngenden Schriftzug am Wasserturm der Justizvollzugsanstalt Laufen-Lebenau montiert. Die Farbigkeit sowie die Typo­graphie des Schriftzuges sind von der Science-Fict­ion-Saga Star Wars abgeleitet. Zu Beginn jeder Folge erzählen Texteinblendungen die Vorgeschichte der Serie, um dann gleichsam in die Unend­lichkeit des Alls zu entschweben, wie auch die Textbotschaft am Wasserturm scheinbar vorbeifliegt - eine von Dellefant kreierte Mitteilung an die jugendlichen Strafgefangenen. Die Künstlerin bezieht sich auf die biografischen Parallelen des Helden Luke Skywalker und den auffällig gewordenen Jugendlichen. Beide wissen um die 'dunkle Seite der Macht', jedoch, wie in der Saga Jedimeister Yoda lehrt, kann diese durchaus mit Selbstbeherrschung und Konzentration überwunden werden.